Redner für Ihren Event
Schreiben Sie uns oder rufen Sie uns doch einfach an. Wir hören Ihnen zu und sind für Sie da.
Manuel P. Nappo, Leiter NZZ Academy
Im November wählen die USA, und das Ergebnis wird Europa treffen — die Frage ist nur, wie hart. Manuel P. Nappo legt offen, was zu erwarten ist: Wie die Midterms ausgehen können, welche Szenarien am wahrscheinlichsten sind, und was jedes davon für uns bedeutet — für Zölle, Handelspolitik, die Sicherheitsgarantien Europas und den Druck auf den Franken. Sein Befund: Washington wird kein verlässlicher Partner mehr sein, sondern eine Variable, auf die man sich vorbereiten muss, bevor das Ergebnis feststeht. Nappo zeigt, warum die USA künftig keiner unipolaren Logik mehr folgen, sondern einer pragmatischen, interessengeleiteten — und warum das Europa zum Handeln zwingt. Das Publikum geht mit drei Entscheidungen nach Hause, die es heute treffen kann: zu Standort, Lieferkette und Absicherung. Wer auf das Ergebnis wartet, hat zu spät reagiert.
Ein Krieg, mehrere Meere entfernt — und die Rechnung kommt in die Schweiz. Nappo zeigt die drei Kanäle, über die ein ferner Konflikt ankommt: Energie, Lieferketten, Kapital. Was geschieht, wenn die Strasse von Hormuz schliesst, ist keine abstrakte Frage, sondern eine direkte Linie zu Energiepreisen und industrieller Wettbewerbsfähigkeit in Europa. Zugleich ist die Region eine Stellvertreter-Arena, in der sich die globalen Allianzen zwischen Norden und Süden dauerhaft verschieben. Am Ende steht die unbequeme Schweizer Frage: Was bedeutet Neutralität noch, wenn Energie, Technologie und Kapital längst keine neutralen Güter mehr sind? Distanz schützt nicht mehr. Sie verzögert nur.
Ihr Morgen begann an sechs Engstellen, von denen Sie keine je gesehen haben. Nappo nimmt ein Produkt — ein Telefon, eine Tankfüllung, einen Einkauf — und verfolgt es rückwärts: durch Hormuz, Malakka, Suez, Bab al-Mandab, den Bosporus, Panama. Die Reise vom Rohstoff zum Endkunden ist 2026 unsicherer als 2020, und der Grund ist keine Naturgewalt, sondern Kontrolle: Wer die Engstellen besitzt, kontrolliert die Weltwirtschaft. Das ist die neue Geopolitik der Infrastruktur — Häfen, Kanäle, Kabel. Für Unternehmen heisst das den Wechsel von „Just-in-Time" zu „Just-in-Case". Eine Weltkarte hat sechs Schlösser. Die Schlüssel liegen nicht bei uns.
Was wie ein Wettlauf um künstliche Intelligenz aussieht, ist in Wahrheit ein Ringen um Rohstoffe und Fertigung. Nappo nutzt vierzehn Jahre an der Spitze des digitalen Wandels als Linse und führt das Publikum die Wertschöpfungskette entlang — von den seltenen Erden über die Chips bis zu den Modellen — und zeigt bei jedem Glied, wer es kontrolliert und wo der Engpass sitzt. Chips sind die neuen Ölquellen: Wer die Rechenleistung besitzt, gewinnt die Souveränität. Und er benennt die Illusion, der Europa aufsitzt — Technologie-Souveränität ohne eigene Rohstoffstrategie, bei anhaltender Abhängigkeit von China. Die KI-Frage ist keine Software-Frage. Sie ist eine Frage der Geografie.
Wir sind nicht in einer Krise. Wir sind in einem Systemwechsel. Nappo ordnet die Gegenwart in den langen Bogen ein — von der bipolaren Welt über den kurzen unipolaren Moment zurück zu dem, was über den grössten Teil der Geschichte die Norm war: konkurrierende Mächte. Die Nachkriegsordnung bricht nicht zusammen, sie wird abgelöst, und mit ihr gelten neue Regeln — Sicherheit vor Effizienz, Standort vor Kosten, Anpassung vor Plan. Daraus folgt die Frage, die jeden Schweizer Entscheider betrifft: Was wird aus dem Modell der kleinen, neutralen Handelsnation in einem Zeitalter der Machtblöcke — und wie bleibt man trotzdem handlungsfähig? Wer die alten Regeln noch befolgt, verliert nach Regeln, die es nicht mehr gibt.